Extreme Artenvielfalt auf kleinstem Raum

Der Spitzname des Bundesstaates Utah lautet „The Beehive State“ und er könnte nicht passender sein, sind Wissenschaftler der Utah State Universität überzeugt: Eine von vier Bienenarten, die in den Vereinigten Staaten vorkommt, ist in Utah zu finden. Damit leben in dem westlichen Bundesstaat mehr Bienenarten als in den meisten anderen Bundesstaaten der USA. Etwa die Hälfte dieser Arten lebt innerhalb der ursprünglichen Grenzen des kürzlich von US-Präsident Trump fast halbierten Naturschutzgebietes „Grand Staircase-Escalante National Monument“.

„Das Naturdenkmal ist ein Hotspot der Bienenvielfalt“, sagt der Entomologe Joseph Wilson von der Utah State Universität. Er hat zusammen mit einem Team weiterer Wissenschaftler 660 Arten im Schutzgebiet identifizieren können.

„Wir haben fast so viele Arten identifiziert, wie sie im gesamten Osten der USA bekannt sind“, so die Studienautorin Olivia Messinger Carril. „Wir entdeckten 49 bisher unbekannte Arten sowie 150 ‚Morphospezies‛, also einzigartige Arten, die nicht mit bekannten Arten übereinstimmen.“

Die Grand Staircase liegen im Süden von Utah, etwa 400 Kilometer südlich von Salt Lake City und 320 Kilometer nordöstlich von Las Vegas. Das Gebiet befindet sich im trockenen Kaiparowits-Plateau aus Sandstein mit angrenzenden Schluchten.

„Viele sind überrascht, dass 87 Prozent der blühenden Pflanzenarten Utahs innerhalb der Grenzen des Denkmals leben“, so Olivia Carril, „was wahrscheinlich zu der reichhaltigen Vielfalt bei den Bestäubern beiträgt.“

Zu den Bienen, die innerhalb der ursprünglichen Grenzen des Naturdenkmals gefunden werden, gehören ganz unterschiedliche Arten von Generalisten bis hin zu absoluten Spezialisten. Während der Studienarbeiten konnten die Forscher besonders viele Arten jedes Frühjahr und nach den Regenfällen im Spätsommer ermitteln.

„Es ist ein erstaunliches natürliches Labor von Bestäubern, von dem wir nicht viel wissen“, äußert sich Joseph Wilson von der Utah State Universität. „Die starke Reduzierung dieses Schutzgebietes könnte Auswirkungen auf die zukünftige Biodiversität haben.“

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