Genom des Kleinen Beutenkäfers veröffentlicht

Das Genom – die Gesamtsumme aller DNA – des Kleinen Bienenkäfers Aethina tumida ist nun publiziert worden. Diese Informationen werden künftig den entscheidenden Zugang zu besseren, zielgerichteteren Kontrollmethoden führen, etwa zielgerichtete Insektizide oder möglicherweise sogar der Zucht von Honigbienen, die mit dem Käfer fertig werden.

Der Kleine Beutenkäfer stellt in vielen Ländern ein großes Problem für Honigbienen dar, da es nur wenige wirksame Behandlungen gibt. Er verfügt über die Fähigkeit, sich von vielen Insektiziden zu entgiften. Mit der Offenlage des Genoms können Forscher nun die dem Mechanismus zugrunde liegenden Detoxifizierungsgene genauer verstehen.

„Die große Herausforderung besteht darin, Kontrollmethoden zu identifizieren, die auf den Kleinen Beutenkäfer abzielen, Honigbienen jedoch nicht schaden“, so Jay Evans, Leiter des ARS Bee Research Laboratory. „Eine Strategie besteht darin, nach Insektiziden zu suchen, die im Genom auf Stellen abzielen, für die der Kleine Beutenkäfer wenige oder keine Entgiftungsgene besitzt. Noch besser wäre es, wenn ein Insektizid identifiziert werden könnte, für das die Honigbiene Entgiftungsgene besitzt, der Kleine Beutenkäfer jedoch nicht.“

Eine weitere Möglichkeit ist die Suche nach Hinweisen, wie die Kleinen Beutenkäfer überhaupt Bienenvölker zielsicher auffinden können: Welchen Pheromonen folgen sie genau?

Der ursprünglich aus der Subsahara Afrikas stammende Kleine Beutenkäfer hat sich an vielen Orten der Welt verbreitet, darunter Australien, Nordamerika und den Philippinen. In Europa ist er bisher nur an wenigen Stellen in Italien anzutreffen. Ein erstes Auftreten in Portugal bei Importbienen wurde rechtzeitig erkannt, sodass der Käfer dort vernichtet werden konnte.

Erstmals 1996 trat er in den Vereinigten Staaten auf. Im Sommer 1998 wurde der Kleine Beutenkäfer allein im US-Bundesstaat Florida für Verluste von mehr als 20.000 Bienenvölkern verantwortlich gemacht.

Heute hat sich der Kleine Beutenkäfer in großen Teilen der Vereinigten Staaten verbreitet. Dies ist insbesondere für viele Imker ein großes Problem, denn die Käfer sind nicht wählerisch, sie fressen alles, was in einem Bienenvolk anzutreffen ist: Pollen, Brut, Honig, tote Bienen und Waben und der Honig vergärt.

Weltweit gibt es geschätzt 350.000 Käferarten und Unterarten; mit dem Genom es Kleinen Beutenkäfers wurde gerade erst das siebte Käfergenom zusammengetragen und veröffentlicht.

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