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Die facettenreiche Welt der Honigbienen

Bienen sind faszinierende Tiere und zählen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten überhaupt. Auf dieser Website widmen für uns ganz den kleinen Nutztieren und tauchen ein, in die facettenreiche Welt der Honigbienen.

Bienenprodukte

Gesund leben mit den natürlichen Erzeugnissen der Honigbiene. Häufig denkt man da sofort an den Honig. Doch neben dieser süßen Verführung, produzieren die Honigbienen noch einige weitere hochwertige Bienenprodukte und all diese haben eins gemeinsam, sie zählen zu den ältesten Naturprodukten überhaupt.

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Imkerei

Die Geschichte des Honigs und dessen Ernte beginnt bereits vor gut 10.000 Jahren, wie Felsmalereien bezeugen. Der medizinischen Wirkung bedienten sich bereits Völker der Antike. Damals galt Honig als „Speise der Götter“. Die Methoden zur Gewinnung von Bienenprodukten unterschieden sich jedoch maßgeblich von den heutigen.

Funde in Deutschland wurden etwa auf die Zeit 500 vor Christus datiert. Im Laufe der Zeit entwickelten sich hierzulande die ersten Imkerzünfte, mit dem Berufsimkertum im 16. Jahrhundert. Darauf wurde durch sogenannte „Zeidelordnungen“ die Bienenzucht geregelt und zunehmend staatlich gefördert. Daraus resultierten zahlreiche Imkervereinigungen und Zeitungen. Zudem wurde das Wissen der Imker an eigenen Schulen gelehrt. Im Laufe der Zeit fanden eine Reihe an Erfindungen, wie zum Beispiel die Honigschleuder oder die Mittelwand aus Bienenwachs ihren Weg vom Patentamt in die Betriebe der Imker.

Zwar verlor die Imkerei in den letzten beiden Jahrhunderten wegen der Entdeckung des Rübenzuckers und der künstlichen Herstellung von Bienenwachs an wirtschaftlicher Bedeutung. Jedoch gewinnt sie seit den 1970er Jahren immer mehr das Interesse von Hobbyimkern. Auch bei den Behausungen der Honigbienen gab es einen Wandel. Die stationären Bienenstöcke wurden mit der Zeit zu mobilen Magazinbeuten (Holz- oder Kunststoffkonstruktion zum Einhängen einzelner Bienenwaben in Rahmen). Diese ermöglichen in etwa die dreifache Ausbeute pro Bienenvolk und werden als Wanderstand an Orten aufgestellt, an denen eine umfassende Versorgung mit Pollen die ganze Saison über gegeben ist.

Die Imkerei bedient sich in erster Linie der Honigbienen und deren Unterarten zur Honiggewinnung. Dabei existieren in der Bundesrepublik aktuell etwa 870.000 Bienenvölker, welche von rund 130.000 Imkern versorgt werden.

Imkereibedarf

Von den 130.000 Imkern in Deutschland, zählen rund 95% als Freizeitimker. Diese finden die facettenreiche Welt der Honigbienen und die Herstellung eigenen Honigs so interessant, dass sie irgendwann hobbymäßig mit der Imkerei begonnen haben. Um mit der Produktion eigener Bienenerzeugnisse zu beginnen, braucht es nicht besonders viel Ausrüstung. Auch für die Versorgung und Begutachtung der Honigbienen bedarf es weniger Hilfsmittel.

Die wichtigsten Hilfsmittel eines Imkers:

Bienenbeute

Bienenwaben

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Honigbienen – Unverzichtbar für Mensch und Natur

Honigbienen zählen zu den wichtigsten Bestäuberinsekten auf unserem Planeten. Sie haben deshalb einen erheblichen Anteil daran, dass es eine so große Auswahl an Obst- und Gemüsesorten bei uns im Supermarkt gibt. Aber neben der eigentlichen Bestäubungsleistung, sind die Honigbienen hauptsächlich aufgrund ihrer aus dem Nektar und Pollen hergestellten Bienenprodukte bekannt und beliebt. Was wäre die Welt nur ohne Honig oder Bienenwachs?

Honigbienen (Apis mellifera) über lila Astern

Die kleinen Honigbienen sind äußerst fleißige und interessante Tiere und ihre Welt ist facettenreich. Will man in diese Welt eintauchen, wird man oft von den zahlreichen Informationen erschlagen. Deshalb finden Sie hier das Wichtigste zur Honigbiene in aller Kürze. Danach folgen Antworten auf 5 wichtige Fragen rund um die kleinen Insekten.

  • Das staatenbildende Insekt gehört zur Ordnung der Hautflügler.
  • Es gibt neun Honigbienenarten.
  • Vor allem die westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist in Deutschland heimisch und hat in der Imkerei die größte Bedeutung.
  • Die Honigbiene ist ein staatenbildendes Insekt.
  • Ein Bienenvolk kann aus bis zu 50.000 Bienen (Bienenkönigin, Arbeiterinnen und Drohnen) bestehen.
  • Sie leben im Bienennest zusammen.
  • Künstliche Nisthöhlen werden Bienenstock genannt.
  • Der Bienentanz ist die wichtigste Kommunikationsform.
  • Bienen besitzen einen Bienenstachel, den sie nach einem Stich verlieren.
  • Wird Blütennektar in Bienenwaben eingelagert, wird daraus nach einer bestimmten Zeit Honig.

Welche Bedeutung haben Honigbienen für die Pflanzen und den Menschen?

Honigbienen lassen sich zwar domestizieren, jedoch nicht zähmen. Sie werden vor allem von Imkern gehalten, die die Bienen betreuen und ihnen bei Krankheiten oder einem Schädlingsbefall helfen. Die Bienenzucht und -haltung ist ein Teil der Landwirtschaft und gehören zu den wichtigsten Nutztieren in Deutschland. Denn viele Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen, welche den Blütenstaub von Pflanze zu Pflanze tragen. Honigbienen gelten dabei als blütenfest, da sie immer die Blüten derselben Pflanzenart anfliegen und so den Pollen immer genau richtig verteilen. Erst wenn eine Pflanzenart ausgeblüht hat, gehen sie auf die nächste Pflanzenart über.

Nach Expertenangaben werden circa 70 Prozent der etwa 150 wichtigsten Nutzpflanzen von Bienen bestäubt. Nur relativ wenige Nutzpflanzenarten (z. B. Mais, Weizen) werden durch den Wind bestäubt, der größte Teil ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Mittlerweile gibt es sogar die Möglichkeit, ganze Bienenvölker für die Pflanzenbestäubung zu mieten. Die Honigbienen werden dann in Umgebungen platziert, wo keine oder kaum noch natürliche Bestäuber vorhanden sind. Die durch die Bestäubung der Bienen und der Vermarktung der Bienenprodukte erzielte Wirtschaftsleistung, beträgt weltweit rund 153 Milliarden Euro. Alleine in Deutschland erreichen die kleinen Insekten einen Nutzwert von 4 Milliarden Euro.

Neben der Bestäubung von Pflanzen und der üblichen Nutzung von Bienenprodukten, beschäftigt sich die Apitherapie mit der medizinischen Verwendung natürlichen Bienenerzeugnisse. Vor allem Propolis, Bienengift und Honig werden zur ergänzenden Behandlung bei einigen Krankheiten eingesetzt. So können beispielsweise Honigrezepte die Immunabwehr stärken. Besonders dem Manuka Honig wird eine heilende Wirkung bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen nachgesagt.

Was versteht man unter dem Begriff des Bienensterbens?

In öffentlichen Debatten und in den Medien wird unter dem Begriff des Bienensterbens ein starker Rückgang der Anzahl von Bienenvölkern der Westlichen Honigbiene verstanden. Der Rückgang wird in diesem Zusammenhang meist auf die in der Landwirtschaft weitverbreiteten Monokulturen und den verstärkten Einsatz von Pestiziden zurückgeführt. Eine unmittelbare Folge des Bienensterbens wäre eine ausbleibende Bestäubung, welche fatale Folgen bei der Lebensmittelprodukt hätte.

Imkerin hält Kreidetafel mit dem Wort Bienensterben hoch

Diese These kann aber durch unterschiedliche Analysen der Bestandsentwicklung nicht bestätigt werden. Vielmehr stellen die Honigbienen einen Sonderfall dar, da sie als Nutztier gelten und stark vom Imker abhängig sind. Der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde, Peter Rosenkranz, vertritt z.B. die Ansicht, dass solange es Imker gibt, Honigbienen nicht vom Aussterben bedroht sind.

Die Stellung der Honigbiene als Nutztier lässt aber sozial-ökonomische Gründe für einen Rückgang der Anzahl der Bienenvölker zu. Zum Teil wird nämlich die Bienenhaltung für einige Imker schlichtweg unattraktiv. Daneben gibt es aber auch eindeutigere Ursachen. Beispielsweise der Befall mit Varroamilben, eine Virusinfektion, das Königinnenalter oder eine Schwäche des Bienenvolkes im Herbst können weitere Gründe sein. Allerdings wird an den genauen Ursachen weiterhin geforscht.

Als Fachbegriff versteht man unter dem Bienensterben den Rückgang der Wildbienenarten. Denn tatsächlich sind viele Wildbienenarten gefährdet. Laut der IUCN (Internat. Naturschutzunion) ist jede zehnte Wildbienenart vom Aussterben bedroht. Wie das Deutsche Bienen-Journal in seiner Ausgabe 2/2019 berichtet, sind laut Roter Liste in Bremen und Niedersachsen von den 341 bekannten Wildbienenarten über 60 Prozent bestandsgefährdet, 12,9 Prozent der Wildbienenarten vom Aussterben bedroht und 13,5 Prozent der Wildbienenarten gelten als verschollen.

Welche Folgen und Ursachen hat das Sterben der Wildbienen?

Es besteht die Gefahr, dass ein Teil der Wildbienenarten gemeinsam mit den von ihnen bestäubten Pflanzenarten ausstirbt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sich die Pflanzen auf eine begrenzte Bestäuberanzahl eingestellt haben.

Als Ursache für das Bienensterben nennen Forscher im Bereich der Landwirtschaft große Felder und Monokulturen mit kurzer Blühdauer. Weiterhin können drei Stoffe aus der Gruppe hochwirksamer Insektizide (Neonikotinoide) den Insekten erheblichen Schaden zufügen. Daher haben die EU-Staaten vor einiger Zeit deren Einsatzverbot im Freiland beschlossen.

Durch den Klimawandel wird der natürliche Lebenszyklus der Wildbienen zusetzlich durcheinandergebracht und der Bestand weiter gefährdet. Auch die Populationsentwicklung anderer Tierarten, die mit ähnlichen Ansprüchen wie die Bienen im selben Biotop vorkommen, kann Bienenvölker gefährden. Häufig verlieren Bienen ihre Lebensräume auch durch eine veränderte und intensive Landnutzung. Der massive Rückgang von Saumkulturen, eine schnelle Fruchtfolge sowie die Ausbreitung der Städte und des Straßenverkehrs führen zu einem erheblichen Verlust an Lebensräumen für Insekten.

Welche Krankheiten und Schädlinge bedrohen die Honigbienen?

Honigbienen haben nicht nur Reptilien, Nagetiere oder Vögel als Feinde. Auch Krankheiten oder andere Insekten (z.B. der Kleine Beutenkäfer, der Bienenwolf, die Bienenlaus oder die Varroamilbe) können den Honigbienen zu schaffen machen. Befallssymptome können z.B. die Beunruhigung des Bienenvolkes, Wärmeverlust, Futtermangel oder Krankheitsanfälligkeit sein. Krankheiten können auch latent vorhanden sein, ohne im Bienenvolk auszubrechen und zu Symptomen zu führen.

Schädlinge der Honigbienen

Der größte Feind der Honigbienen ist die ca. 1,7 Millimeter große Varroamilbe (lat. Varroa destructor). Wird der Parasitenbefall nicht behandelt, kann er vor allem im Winter zum Tod des Bienenvolkes führen. Die Varroamilbe sitzt entweder auf der Honigbiene oder lebt und vermehrt sich in der Brut in den Bienenwaben. Sie saugt den Bienen das Blut aus und überträgt so Krankheitserreger.

Mehr über die Varroamilbe und andere Schädlinge, lesen Sie auch auf verminscout.de.

Krankheiten der Honigbienen

Honigbiene mit dem Flügeldeformationsvirus
Beispiel des Flügeldeformationsvirus bei einer Honigbiene
Xolani90 / CC BY-SA

Generell wird zwischen Krankheiten, die bei der Brut auftreten, und Krankheiten, die die erwachsene Biene befallen, unterschieden. Brutkrankheiten werden oftmals durch Bakterien, Pilze oder Viren ausgelöst, die die Nachkommen in ihrer Entwicklung hemmen oder gar abtöten können. Es sind 22 Honigbienenviren bekannt (z.B. Flügeldeformationsvirus).

Die Faulbrut gehört zu den Brutkrankheiten. Sie wird durch Bakterien ausgelöst, die über das Brutpflegesystem zu den Bienenlarven gelangen und zu deren Absterben führen können. Um eine Verbreitung der Krankheit auf andere Bienenvölker zu vermeiden, besteht eine gesetzliche Anzeigepflicht der Faulbrut. Man unterscheidet zwei Arten dieser Krankheit:

Die Kalkbrut ist ebenfalls eine Brutkrankheit. Über infizierte Nahrung oder über die Haut der Honigbienen gelangen Pilze in die Brut. Ursache ist oftmals ein kühler, nasser Standort. Die Pilzsporen bilden ein Geflecht und durchwuchern oder umspinnen die Bienenlarven. Da die Pilzsporen extrem widerstandsfähig sind, haben sie eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren.

Erwachsene Honigbienen haben häufig mit Darmerkrankungen zu kämpfen. Nosema apis, ein einzelliger Parasit, zerstört die Darmwand der Honigbienen und bildet Sporen. Der Parasit ist über Jahre im Kot der Bienen überlebensfähig und tritt vorwiegend vom März bis Juni. Auch mineralstoffreiches oder falsches Winterfutter kann von Dezember bis März zu Durchfall (Ruhr) bei den Honigbienen führen.

Krankheitskeime können sich gerade während der kalten Jahreszeit schnell im Bienenstock ausbreiten. Die Honigbienen erleichtern sich daher während des Winters nicht im Bienenstock, sondern erst im Frühjahr mit dem sogenannten Reinigungsflug.

Wie kann man der Honigbiene helfen?

Wie der Mensch benötigt auch die Honigbiene eine abwechslungsreiche Ernährung. Der Mensch kann für eine bienenfreundliche Umwelt sorgen, indem er die Bienenhaltung gerade vor der Nutzung schädlicher Insektizide schützt.

Auch der Anbau bienenfreundlicher Pflanzen hilft den Insekten. Ein Insektenhotel oder ein speziell auf die Bedürfnisse der Wildbienen zugeschnittenes Bienenhotel bietet zudem einen Brutplatz und eine Rückzugsmöglichkeit während der Winterzeit.

Man kann örtliche Imker unterstützen, indem man von ihnen den Honig oder andere Honigprodukte bezieht. Imker sollten zudem regelmäßige Kontrollen der eigenenb Honigbienen durchführen, um möglichst früh Krankheiten oder Schädlinge festzustellen und zu bekämpfen. Vorsorglich kann man hierzu bereits im Spätsommer seine Bienenvölker mit Ameisensäure behandeln, um Varroamilben abzutöten.

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